Die Zollern auf der Landshuter Hochzeit
Die mächtige Burg Trausnitz überragt auf einer Anhöhe die Stadt Landshut. Sie wurde 1204 durch Herzog Ludwig I., den Kelheimer, gegründet. Die Stammburg der Wittelsbacher war ein Vierteljahrtausend lang Residenz und Regierungssitz der niederbayerischen Herzöge. Insbesondere die „Reichen Herzöge“ von Bayern-Landshut bestimmten im 15. Jahrhundert die Geschicke der Burg.
Noch heute wird im Vierjahresturnus die „Landshuter Hochzeit“ gefeiert, die Ludwig der Reiche zur Vermählung seines Sohnes Georg mit der polnischen Königstochter Hedwig 1475 ausrichtete. Bei dieser Hochzeit gelang den Wittelsbachern die Verbindung mit dem polnischen Königshaus – ein Ziel, das die Zollern seit längerem anstrebten. Daher nutzten die Zollern ihre Chance! Albrecht Achilles von Brandenburg und seine Gemahlin erschienen mit dem größten Gefolge auf der Landshuter Hochzeit und gewannen den Preis für ihr „Frauenzimmer“, die Hofdamen und -jungfrauen. Der zoller’sche Plan ging auf: schon 1476 wurde Barbara von Brandenburg mit Hedwigs Bruder verheiratet, der zu dieser Zeit nicht nur polnischer Königssohn, sondern auch König von Böhmen war. 1479 folgte dann die Ehe zwischen Markgraf Friedrich V. von Brandenburg und Hedwigs Schwester Sophie. Warum das eine der größte Flop, das andere hingegen eine höchst erfolgreiche Verbindung war, beleuchtet der Hochzeitsraum auf der Burg Trausnitz im Vergleich mit über 16 Fürstenhochzeiten des Spätmittelalters.
Im 16. Jahrhundert erfuhr die Burg Veränderungen im Stil der Renaissance – wie die berühmte Narrentreppe mit den monumentalen gemalten Szenen aus der italienischen Commedia dell'arte, die ebenfalls auf eine Hochzeit zurückgeht.