Elisabeth von Bayern-Landshut

Die schöne Else

Elisabeth von Bayern-Landshut (1383-1442) gilt als ausgesprochene Schönheit, weshalb sie später gerne als „Schönelse” bezeichnet wird. Als Tochter Friedrichs des Weisen von Bayern-Landshut und der Mailänderin Maddalena Visconti verfügt sie zudem über gute Bildung und Durchsetzungsfähigkeit.

Diese Eigenschaften sind ihr und ihrem Gatten, Burggraf Friedrich VI. von Hohenzollern – dem späteren Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg –, von großem Nutzen. Schließlich muss Elisabeth während der Abwesenheit ihres stark im Reichsdienst beanspruchten Mannes häufig die Regierungsgeschäfte übernehmen.

Zu Roßtal, dem ältesten Ort des Markgraftums, hat die resolute Dame eine besonders enge Beziehung. So ist sie höchstwahrscheinlich auch für den Umbau der Kirche und für den ausgedehnten Wehrfriedhofs verantwortlich. Selbstbewusst lässt sie ihren Schild mit dem Wappen der Hohenzollern neben dem Brandenburger Adler sowie darunter die bayerischen Rauten neben dem burggräflichen Wappen an der Südseite des mächtigen Roßtaler Kirchturms anbringen. Mit der 1401 geschlossenen Ehe zwischen Friedrich VI. und Elisabeth gingen die Hohenzollern und die Wittelsbacher erstmals eine familiäre Bindung ein.

Im Zuge der Restaurierung der Laurentiuskurche gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird ihr nach einem historischen Vorbild gefertigter Kopf oberhalb des Wappens am Kirchturm angebracht: So blickt seit mehr als 120 Jahren die schöne Else von ihrem Kirchturm auf Roßtal hinab.